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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Sommerlicher Wärmeschutz: Mit Luft-Luft-Wärmepumpen effizient heizen und kühlen

Wie die Fachzeitung TGA+E Fachplaner berichtet, sieht der Verband Luft-Luft-Wärmepumpen als Schlüssel für ein Gebäude, das im Winter heizt und im Sommer kühlt.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 31. Juli 2026

Sommerlicher Wärmeschutz: Mit Luft-Luft-Wärmepumpen effizient heizen und kühlen

ewelle, Dachgeschoss, Homeoffice. Kennen Sie das Bild? Wenn das Thermometer im Obergeschoss die 30-Grad-Marke knackt, wird aus dem Arbeitszimmer schnell eine Sauna. Der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) rückt das Thema jetzt dorthin, wo es hingehört — in die ganzjährige Gebäudebetrachtung. Wie die Fachzeitung TGA+E Fachplaner berichtet, sieht der Verband Luft-Luft-Wärmepumpen als Schlüssel für ein Gebäude, das im Winter heizt und im Sommer kühlt.

Zwei Aufgaben, eine Investition

Fakt ist: Wer heute ohnehin saniert, sollte Heizen und Kühlen zusammen denken. Das ist kein Luxus mehr, sondern Standard. Gerade ältere Mitbewohner oder chronisch Kranke vertragen keine dauerhaften Innentemperaturen über 25 Grad. Was der FGK zu Recht anprangert: Wir reden über sommerlichen Wärmeschutz immer nur dann, wenn die Tagesschau Hitze-Schlagzeilen bringt. Im September ist das Thema vergessen — bis zur nächsten Hitzewelle.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe löst das anders. Sie heizt im Winter, kühlt im Sommer und entfeuchtet bei Bedarf die Raumluft. Genau diese Entfeuchtung ist es, die an schwülen Tagen den Unterschied macht. Kein tropfendes Glas mehr auf dem Schreibtisch, kein modriger Geruch am Morgen.

Was die Praxis zeigt

Aus einem konkreten Sanierungsprojekt, das der Verband dokumentiert hat, lassen sich die Hausmann-Zahlen ablesen. Eine Doppelhaushälfte mit 158 Quadratmetern Wohnfläche hat die Ölheizung rausgeworfen und durch zwei Multisplit-Systeme ersetzt. Sechs Innengeräte, zwei Außeneinheiten, ein neuer Speicher mit elektrischem Heizstab. Die PV-Anlage auf dem Dach liefert einen Teil des Stroms.

Die Rechnung geht so auf:

  • Investition Multisplit samt Elektroarbeiten, Energieberatung und Öltank-Entsorgung: rund 27.000 Euro.
  • Speicher mit Heizstab: rund 8.000 Euro, abzüglich etwa 600 Euro Abschreibung.
  • BEG-Förderung schluckt 30 Prozent der Multisplit-Kosten.
  • Unterm Strich: rund 26.000 Euro brutto.

Die Heizkosten fielen von 2.120 Euro auf 1.220 Euro im Jahr. Das ist eine Reduktion um mehr als 40 Prozent. Die Kühlung kostete im gesamten Jahr 63 Euro Strom, weil die PV-Anlage rund 40 Prozent der etwa 350 kWh Kühlstrombedarf deckte.

Kostengrab oder Kompaktgerät?

Der wahre Clou steckt in der Kühlung. Bei Außentemperaturen bis 30 Grad genehmigt sich die Anlage täglich 6 bis 8 kWh. Bei 30 Cent pro kWh ist das ungefähr der Preis für eine Kugel Eis. An Tagen über 38 Grad sind es zwei bis drei Kugeln. Damit Sie das richtig einordnen: Das ist ein Taschengeld für ein ganzes Haus, wenn man gegenrechnet, was eine Klimaanlage vom Baumarkt bei gleicher Quadratmeterzahl an Dauerstrom zieht.

Parallel kommt übrigens Bewegung in den Markt für Kompaktgeräte. Wie die österreichische Fachplattform hlk.co.at meldet, bringt Avancetec als neuer Midea-Distributor eine Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen fürs Wohnzimmer auf den Markt. Details dazu sind noch spärlich, aber das Signal ist klar: Die Branche sortiert sich neu, weil die Nachfrage da ist.

Was Sie zuerst prüfen

Bevor Sie jetzt zum Hörer greifen und einen Termin machen, drei Punkte aus der Werkstattkiste:

Prüfen Sie zuerst den Kühlbedarf pro Raum. Das realisierte Projekt kühlt das Schlafzimmer auf 21 bis 25 Grad, alle anderen Räume auf 25 bis 27 Grad. Wer überall 21 Grad will, verdoppelt seine Kühlkosten und braucht eine größere Anlage.

Zweitens: Die Photovoltaik ist kein Bonus, sondern Teil des Konzepts. Ohne PV-Anlage werden die 63 Euro Kühlstrom im Jahr schnell zu 300 oder 400 Euro. Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Eigenverbrauch.

Drittens: Kühlen ist nicht gleich Kühlen. Wer nur die Temperatur senkt, aber die Luftfeuchte ignoriert, bekommt das volle Schwül-Programm. Die Entfeuchtungsfunktion der Luft-Luft-Wärmepumpe ist deshalb kein Bonus, sondern das eigentliche Komfortmerkmal.

Hitzewellen kommen nicht mehr als Ausnahme. Sie sind der neue Normalbetrieb. Wer sein Gebäude heute nicht kühlfähig plant, saniert im Winter für die falsche Jahreszeit.