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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Chicago Faucets integriert Trinkwasserdaten direkt in die Gebäudeautomation

Der Armaturenhersteller Chicago Faucets ist nach Angaben von PR Newswire BACnet International beigetreten und stellt mit CF Connect PLUS eine Lösung vor, die elektronische Armaturen über das native…

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 14. September 2026

Chicago Faucets integriert Trinkwasserdaten direkt in die Gebäudeautomation

Der Armaturenhersteller Chicago Faucets ist nach Angaben von PR Newswire BACnet International beigetreten und stellt mit CF Connect PLUS eine Lösung vor, die elektronische Armaturen über das native BACnet/IP-Protokoll direkt in übergeordnete Gebäudeautomationssysteme einbindet. Fakt ist: Damit wandern Trinkwassertemperatur und Hygienespülung erstmals zertifiziert in dasselbe Netzwerk, in dem ohnehin schon Heizung, Lüftung und Zutrittskontrolle ihre Daten abliefern. Für Hausmeister und Facility-Teams ändert das den Blick auf die Trinkwasserhygiene grundlegend – weg vom Stichproben-PDF, hin zum live mitlaufenden Datensatz.

Was CF Connect PLUS konkret macht

Retrofit-Temperatursensoren werden an den Eckventilen der Armatur montiert und messen die Wassertemperatur direkt an der Entnahmestelle – nicht zentral im Keller, nicht am Warmwasserspeicher. Das CF Connect PLUS Gateway setzt diese Werte als BACnet-Objekte um und kommuniziert mit dem Gebäudeautomationssystem über das Standardprotokoll BACnet/IP. Pro Gateway lassen sich nach Herstellerangaben bis zu 30 verkabelte Armaturen anschließen, per Bluetooth bis zu zehn; mehrere Gateways werden über normales LAN gekoppelt. Klingt banal, ist aber genau der Moment, in dem die meisten älteren Bestandsanlagen aussteigen: Wenn Ihr bestehendes Leitsystem kein BACnet/IP spricht, brauchen Sie entweder einen Übersetzer – oder die Lösung bleibt außen vor.

Warum das auf der Objektbegehung den Alltag verändert

Bisher liefen Spülprotokolle als PDF auf dem Tablet, als E-Mail im Postfach oder, offen gesagt, im Kopf des Hausmeisters. CF Connect PLUS protokolliert Hygienespülungen laut Climate Control News automatisch und liefert einen lückenlosen Audit-Trail der Systemaktivität. Heißt für den Praktiker: Bei der nächsten Begehung durch das Gesundheitsamt, den TÜV oder den Hygienebeauftragten ziehen Sie nicht mehr den Ordner aus dem Regal, sondern klicken den Datensatz aus dem Leitsystem. Prüfen Sie zuerst, ob Ihr bestehendes BAS überhaupt BACnet/IP-fähig ist – sonst kaufen Sie eine Insellösung, die mehr kostet, als sie löst. Ebenso wichtig: Das System meldet Systemstatus und Warnungen, also genau die Punkte, die bisher zwischen „alles gut" und „Stegner ruft um 23 Uhr an" lagen.

Wo die Lösung greift – und wo nicht

Chicago Faucets positioniert CF Connect PLUS für Krankenhäuser, Universitäten, Flughäfen, Stadien, Schulen, Büros und andere gewerbliche Großobjekte – also genau die Gebäude, in denen Trinkwasserhygiene ohnehin ein Dauerthema ist und die Zahl der Entnahmestellen in die Hunderte geht. Spannend wird es aus meiner Sicht, wenn die Armaturen künftig nicht mehr isoliert im Wassernetz stehen, sondern mit Luftfeuchte, Raumbelegung und Reinigungsplänen im Leitsystem verknüpft werden. Die Armatur wird vom reinen Verbraucher zum Datengeber – und genau darin liegt der Hebel für den gesamten Gebäudeunterhalt. Für ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Parteien ist das Overkill; für ein Universitätsklinikum mit weit verteilten Steigeleitungen ist es überfällig. Kostengrab oder Zukunftsinvestition? Das entscheidet sich nicht am Datenblatt, sondern daran, wie ernst Sie Trinkwasserhygiene in Ihrem Objekt bisher genommen haben.