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Eine Kolumne von Gereon Thielen

Meldung

Digitale Wasserverwaltung: Was die neue Software von Assurity Consulting wirklich leistet

Nach Angaben des Fachportals facilitiesmanagement-now.com hat das Beratungsunternehmen Assurity Consulting eine neue Software für das Wassermanagement in Gebäuden vorgestellt.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 13. September 2026

Digitale Wasserverwaltung: Was die neue Software von Assurity Consulting wirklich leistet

Für Hausmeister, Verwalter und Eigentümer größerer Liegenschaften rückt das Thema damit wieder auf den Radar – Wassersicherheit und Legionellen-Prävention bleiben die Dauerbrenner an jedem Objekt, an dem Trinkwasser fließt.

Was bislang bekannt ist

Viel mehr als den Produktnamen enthält die bisherige Meldung nicht. Assurity Consulting positioniert das Werkzeug unter dem Sammelbegriff „Water Management Software". In der Praxis heißt das erfahrungsgemäß: Dokumentation der Probenahmen, Kontrolle der Spülpläne, Überwachung der Warmwassertemperaturen und lückenlose Wartungsintervalle. Alles Aufgaben, die in Deutschland spätestens seit der letzten Novellierung der Trinkwasserverordnung ohnehin auf dem Tisch liegen und die sich mit einer konsequent gepflegten Excel-Tabelle, einem guten Ordner im Hausmeisterraum oder schlicht dem Hausmeister nebenan genauso abwickeln lassen. Der Teufel steckt wie immer im Detail – und genau dort entscheidet sich, ob eine Software echten Mehrwert bringt oder nur eine weitere Datengrube öffnet, die niemand pflegt.

Was die Software im Alltag leisten muss

Bevor Sie monatliche Lizenzgebühren einplanen, prüfen Sie zuerst, was Ihr Wasserversorger, Ihr Labor und Ihr Gesundheitsamt konkret von Ihnen verlangen. Fakt ist: Die meisten Anbieter werben mit „intuitiver Bedienung" und „zentraler Dokumentation" – das klingt hübsch, ersetzt aber keine fachliche Betreuung vor Ort. Ein Programm kann weder das Spülen noch das Messen an der Entnahmestelle übernehmen, und ein bestätigter Legionellenbefund im Boiler wird auch durch die schönste Cloud-Oberfläche nicht entschärft. Wer hier glaubt, Software allein rette die Wasserhygiene, baut sich ein neues Kostengrab, ohne die eigentliche Ursache – stagnierendes Wasser in selten genutzten Strängen – auch nur anzufassen.

Was bis zum nächsten Marktblick zu klären ist

Spannend wird die Frage, ob das Produkt auch in kleineren Wohnanlagen mit 20 bis 50 Einheiten sinnvoll eingesetzt werden kann oder sich klar an Großbetriebe mit Konzernstruktur richtet. Sobald belastbare Details vorliegen – Preismodell, Schnittstellen zu gängigen CAFM-Systemen, Hosting in der EU nach DSGVO, Referenzen aus dem deutschsprachigen Markt –, lässt sich der konkrete Nutzen sauber abschätzen. Bis dahin gilt die alte Handwerkerregel: Erst die eigene Probenahmepraxis und die Spülpläne auf den Prüfstand stellen, dann über neue Werkzeuge reden. Kein Schnellkauf, kein blindes Investment auf der grünen Wiese.