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Mehr Wohnwert durch professionelle Pflege.

Eine Kolumne von Gereon Thielen

Meldung

Mehr als nur Sauberkeit: Wie Gebäudereinigung den Immobilienwert nachhaltig steigert

Wie das US-Fachmagazin Cleaning & Maintenance Management in seinem BSC-Benchmarking-Report 2026 zeigt, planen 85 Prozent der Gebäudedienstleister steigende Umsätze – aber 75 Prozent klagen gleichzeitig über fehlendes qualifiziertes Personal.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 02. September 2026

Mehr als nur Sauberkeit: Wie Gebäudereinigung den Immobilienwert nachhaltig steigert

Beyond Maintenance: Wenn Reinigung zur Wertschöpfung wird

Das sind keine kompatiblen Aussagen. Ich sage es Ihnen, wie es auf der Baustelle klingt: Das ist ein Widerspruch, der früher oder später bei Ihnen als Eigentümer ankommt – in Form von steigenden Preisen, wechselnden Kräften und nachlassender Qualität.

Optimismus auf dem Papier, Realität am Objekt

Bei der Umfrage geben 61 Prozent der Dienstleister an, im Büro- und Property-Management-Sektor wachsen zu wollen, 38 Prozent zielen auf Gesundheitseinrichtungen, 30 Prozent auf öffentliche Auftraggeber. 67 Prozent der Wachstumsoptimisten erwarten sogar ein Umsatzplus von mindestens sechs Prozent.

Mein Blick von der Objektbegehung sagt mir: Wachstum funktioniert nur, wenn die Leute da sind. Hier kippt das Bild. Bei 42 Prozent der befragten Unternehmen schlagen die Personalkosten mit mehr als 60 Prozent der Gesamtkosten zu Buche, bei 23 Prozent sind es über 70 Prozent. Für Schulung, Gerätewartung und saubere Übergabe bleibt da nicht mehr viel Luft.

Personalnot – und warum Eigentümer sie zu spüren bekommen

Die größte Bremse ist eindeutig die Rekrutierung. 75 Prozent der Befragten nennen den Mangel an qualifizierten Reinigungskräften als dringendste Herausforderung – im Vorjahr lag der Wert mit 69 Prozent ähnlich hoch. Hauptursachen aus Sicht der Branche: alternde Belegschaften, körperlich schwere Arbeit, fehlende gesellschaftliche Anerkennung und Burnout. Einer der Befragten bringt es auf den Punkt und betont, ohne nachhaltige Strategie zur Gewinnung, Entwicklung und Bindung der nächsten Generation von Reinigungsprofis werde die Personalverfügbarkeit die größte Bremse für Servicequalität, operative Stabilität und langfristiges Branchenwachstum bleiben.

Was heißt das für Sie als Eigentümer? Prüfen Sie zuerst: Wie lange besteht Ihr Reinigungsteam schon, und wie oft wechselt das Personal in Ihrer Immobilie? Wenn Ihr Dienstleister jedes Quartal neue Gesichter schickt, zahlen Sie gerade den Preis dieser strukturellen Not. Im Übrigen entstehen 71 Prozent der Neukunden in der Branche dadurch, dass ein anderer Dienstleister ersetzt wird. Wer einmal unter Druck gerät, tauscht schnell den Partner. Wer dranbleiben will, muss Verlässlichkeit bieten.

Technik allein fängt das Loch nicht auf

Die Branche blickt erwartungsgemäß auf autonome Reinigungstechnik und KI. Die Daten sind allerdings ernüchternd: 73 Prozent der Befragten haben autonome Reinigung weder getestet noch eingeführt. Von dieser Gruppe plant nur ein Drittel, in den kommenden zwei Jahren einzusteigen, fast die Hälfte (45 Prozent) winkt komplett ab. Wer bereits automatisiert hat, ist überzeugt: 76 Prozent dieser Anwender wollen in den nächsten zwei Jahren nachlegen.

Bei KI ist die Offenheit größer. 58 Prozent planen die Einführung in den nächsten zwölf Monaten. Nach Einschätzung eines Befragten habe KI das Spiel komplett verändert – die eigentliche Frage sei nicht mehr ob, sondern wie man sie verantwortungsvoll einsetze. Ein anderer bleibt skeptisch und entgegnet, KI sei administrativ hilfreich, doch die meisten Reinigungsgeräte auf dem Markt funktionierten noch nicht richtig oder seien überteuert. Das deckt sich mit meiner Erfahrung: Viele Lösungen sehen im Demo gut aus und scheitern im realen Objektbetrieb.

Drei Punkte, die ich jedem Eigentümer mit auf den Weg gebe:

  • Stabilität prüfen statt nur Preis vergleichen. Fragen Sie nach Personalfluktuation und Vertragslaufzeit. Ein gesundes Team erkennen Sie an Verträgen, die länger als zwei Jahre laufen, und an bekannten Gesichtern.
  • Wartungsintervalle Ihrer Immobilie nicht aufweichen. Wenn aus Personalmangel die Grundreinigung halbiert wird, leidet zuerst die Bausubstanz – und das wird am Ende Ihr teuerstes Kapitel.
  • Nicht jedem Technikversprechen glauben. Autonome Geräte und KI können unterstützen, sind aber kein Ersatz für solide Handarbeit – sonst wird das Technikbudget schnell zum Kostengrab.

Fakt ist: Die Reinigungsbranche wächst, weil der Bedarf da ist. Aber sie wächst über ihren Personalsockel hinweg. Was am Ende zählt, ist nicht der Umsatz der Branche, sondern wer an Ihrem Objekt steht – und wie lange er bleibt.