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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Sommerhitze treibt Strombedarf für Gebäudekühlung in die Höhe

Nach Berechnungen des Solar Cluster Baden-Württemberg hat die Sommerhitze den Strombedarf für Gebäudekühlung in diesem Sommer auf rund eine Terawattstunde pro Monat getrieben.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 31. August 2026

Sommerhitze treibt Strombedarf für Gebäudekühlung in die Höhe

Grundlage sind Verbrauchsdaten des Fraunhofer ISE und die jeweiligen Außentemperaturen. Eine Zahl, die jeder Hausverwalter ernst nehmen sollte, denn sie zeigt, wie schmal der Grat zwischen Eigenversorgung und Netzabhängigkeit inzwischen geworden ist.

Was die Rechnung wirklich offenbart

Im Juni und Juli 2026 speisten Photovoltaikanlagen laut Energy Charts rund elf Terawattstunden pro Monat ins Netz ein. Der zusätzliche Kühlstrombedarf entspricht damit etwa einem Zehntel dieser Solarernte. Anders gesagt: Wir produzieren längst mehr als genug, wir nutzen es nur zur falschen Zeit.

Ein Dach voller Module ist noch keine Eigenversorgung. Wer heute eine Anlage plant, muss den künftigen Verbrauch mitrechnen, auch den, der noch gar nicht auf dem Zähler steht. Die Kurve ist eindeutig: Zwischen 2007 und 2013 stieg der Anteil klimatisierter Privathaushalte jährlich um rund sechs Prozent. Diese Steigung setzt sich fort, sofern niemand gegenlenkt.

„Heiße Sommer erhöhen den Kühlbedarf – gleichzeitig liefert die Photovoltaik gerade dann besonders viel Strom", sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des Solar Clusters BW. „Dieses Potenzial müssen wir auf Dächern und Freiflächen konsequent nutzen. Wer heute eine Photovoltaikanlage plant, sollte deshalb auch den künftigen Stromverbrauch berücksichtigen."

Worauf Hausbesitzer und Verwalter jetzt achten müssen

Bevor irgendein Modul aufs Dach kommt, steht eine ehrliche Bestandsaufnahme an. Prüfen Sie zuerst das Lastprofil Ihres Gebäudes: Welche Verbraucher ziehen tagsüber Strom, wenn die Sonne brennt? Klimaanlagen, Lüftung, IT-Infrastruktur – genau dort sitzen die Posten, die gleichzeitig mit einer PV-Anlage laufen können. Das ist der Eigenverbrauch, den eine reine Einspeiseanlage nie liefert.

Drei Punkte, die in jede PV-Planung gehören:

  • Eigenverbrauch vor Einspeisung denken. Kühlung läuft tagsüber, wenn die Anlage Spitzenlast fährt. Direktverbrauch schlägt Einspeisung – ökonomisch und netztechnisch.
  • Batteriespeicher passend dimensionieren. Ohne Speicher wandert der Solarstrom ins Netz und wird abends teuer zurückgekauft, wenn die Wärme im Mauerwerk sitzt. Rechnen Sie am realen Lastprofil, nicht an Hochrechnungen.
  • Kühlung mit einplanen. Filter und Wärmetauscher verlieren über die Saison spürbar Leistung. Regelmäßige Wartung gehört ins Konzept, nicht in einen separaten Termin.

Mein Vorschlag: Lassen Sie PV, Speicher und Kühlung gemeinsam planen, nicht hintereinander. Besonders Büros, Verwaltungen, Schulen, Pflegeheime und Kliniken haben tagsüber genau das Lastprofil, das eine PV füllen kann. Wer diese Chance jetzt verpasst, baut sich ein neues Kostengrab – ausgerechnet auf dem eigenen Dach.