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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Energieeffizienz im Eigenheim: Mit Solar und Wärmepumpe 92 Prozent Bedarf einsparen

Eine Fraunhofer-ISI-Studie vom August 2026 liefert Hausbesitzern die derzeit konkreteste Zahl: Wer Solaranlage, Speicher und Wärmepumpe von Anfang an zusammen plant, kann den Energiebedarf eines Einfamilienhauses um bis zu 92 Prozent senken.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 04. August 2026

Energieeffizienz im Eigenheim: Mit Solar und Wärmepumpe 92 Prozent Bedarf einsparen

Die Eigenverbrauchsquote des selbst erzeugten Stroms steigt dabei von 36 auf 68 Prozent. Für Eigentümer ist das weniger eine Technik- als eine Planungsfrage – und genau da entscheidet sich, ob aus der Anlage ein Erfolg wird oder ein Kostengrab.

Warum die 92 Prozent kein Selbstläufer sind

Die Zahl klingt nach Volltreffer, ist aber an eine Bedingung geknüpft: Alle drei Komponenten müssen zusammen gedacht werden. Wer erst die Photovoltaik aufs Dach schraubt und Jahre später die Heizung tauscht, verliert den Effekt. Die Studie rechnet das ehrlich vor – über 20 Jahre kostet eine integrierte Planung rund 69.000 Euro. Das ungeplante Nachrüsten einzelner Komponenten schlägt mit etwa 111.000 Euro zu Buche, fast das Doppelte. Das ist kein Argument gegen Nachrüstung als solche, sondern gegen das Stückwerk. Die Differenz erklärt sich über Redundanzen, schlechtere Abstimmung der Schnittstellen und verpasste Förderlogik, die bei rechtzeitiger Planung greift.

Ein Detail, das in der Praxis regelmäßig unter den Tisch fällt: Die Warmwasserbereitung macht je nach Haushalt 10 bis 30 Prozent des Heizenergiebedarfs aus. Wird dieser Anteil nicht in das Konzept einbezogen, läuft die Wärmepumpe suboptimal – ein klassisches Beispiel für eine Annahme, die auf dem Papier stimmt und im Betrieb Geld kostet.

Was am Gebäude wirklich zählt

Mindestens ebenso entscheidend wie die Technik ist die digitale Infrastruktur. Nur 5,5 Prozent der deutschen Haushalte hatten Ende 2025 einen Smart Meter installiert, der EU-Durchschnitt liegt bei 63 Prozent. Ohne Smart Meter kein dynamischer Tarif, ohne dynamischen Tarif verschenken Sie bis zu 600 Euro im Jahr – Geld, das direkt in die Amortisation Ihrer Anlage fließen könnte.

Die Stadtwerke Altena haben auf diese Lücke reagiert und mit Dominik Steinkusz einen eigenen Projektmanager für Energiewende und Automatisierung eingestellt. Seine Aufgabe: Hausbesitzer bei der individuellen Bewertung ihres Gebäudes zu unterstützen. Sein Hinweis ist handwerklich korrekt und deckt sich mit dem, was ich bei jeder Objektbegehung sehe: Nicht jedes ältere Haus ist für eine Wärmepumpe ungeeignet, aber auch nicht jedes Gebäude passt automatisch zu jeder Anlage. Faktoren wie der energetische Zustand des Hauses, die vorhandenen Heizkörper und der konkrete Wärmebedarf entscheiden – nicht das Baujahr. Geschäftsführer Oliver Heimann bringt es auf den Punkt: Pauschalaussagen helfen an dieser Stelle nicht weiter.

Worauf es jetzt ankommt

Drei Punkte, die Sie vor dem ersten Angebot klären sollten. Erstens, der zeitliche Vorlauf: Zwischen erster Beratung, Förderantrag und Installation vergehen mehrere Monate. Wer erst aktiv wird, wenn die alte Heizung ausgefallen ist, hat keine Wahl mehr und zahlt entsprechend drauf. Zweitens, die ehrliche Gebäudeprüfung: Welche Vorlauftemperatur brauchen die Heizkörper, wie ist die Dämmung, was leistet der Hausanschluss? Drittens, die Förderlandschaft: Einzelne Förderbestandteile wurden bereits angepasst oder reduziert, weitere Änderungen gelten als sicher. Prüfen Sie zuerst, dann planen Sie – nicht umgekehrt.

Die Botschaft ist am Ende einfach: Eine Senkung um 92 Prozent ist erreichbar, aber nicht durch den Kauf von Geräten. Sie entsteht durch durchdachte Planung, saubere Schnittstellen zwischen den Komponenten und einen ungeschminkten Blick auf das eigene Gebäude.