Herausforderungen bei der Reinigung öffentlicher Sanitäranlagen meistern
So brachte es Alec Fomin vom Gebäudedienstleister Sage in einem Webinar von Cleaning & Maintenance Management auf den Punkt.
Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 24. August 2026

Der Akku ist das neue Seifenstück
99 Prozent richtig gemacht – und trotzdem beschwert sich der Nutzer. So brachte es Alec Fomin vom Gebäudedienstleister Sage in einem Webinar von Cleaning & Maintenance Management auf den Punkt. Thema waren die größten Stolpersteine bei der Reinigung öffentlicher Sanitäranlagen. Klingt nach amerikanischer Bürowelt, trifft aber jeden Hausmeister und Immobilienverantwortlichen hierzulande. Denn die starre Reinigungslogik vergangener Jahrzehnte trägt in Objekten mit wechselnder Nutzung nicht mehr.
Touchless ist nicht sorgenfrei
Sage hat während der Pandemie auf berührungslose Technik umgestellt: automatische Spülventile, sensorbasierte Seifen- und Papierspender. Die Idee ist klar – weniger Kontakt, weniger Keime, weniger Reinigungsaufwand. Fakt ist: Eine Anlage wird nur dann als hygienisch wahrgenommen, wenn immer alles funktioniert. Wenn der Akku eines Papierspenders leer ist, nützt dem Nutzer die volle Rolle dahinter nichts. Genau dieses eine Prozent, das klemmt, bleibt im Gedächtnis hängen. Prüfen Sie zuerst: Wo läuft die Technik, wo läuft sie noch nicht – und wo ist der Wartungsplan unscharf?
Sensorik entlastet – wenn man sie konsequent nutzt
Parallel hat Sage ein IoT-System installiert, das Füllstände von Seife, Toilettenpapier und Handtüchern in Echtzeit überwacht. Das Reinigungspersonal bekommt einen Alarm, wenn etwas zur Neige geht, eine Batterie schwächelt oder ein Gerät offline ist. Das ist kein Spielzeug, sondern schlicht logistischer Vorteil. Wer ein Objekt mit hoher Nutzerfrequenz betreut, weiß: Eine leere Seifenkartusche am Montagmorgen ist der Beginn einer Beschwerdekette. Drei Punkte, die ich bei jeder Begehung kontrolliere:
- Akku-Wechselintervall – Herstellerangaben sind Schall und Rauch, wenn Spender im Dauerbetrieb laufen. Legen Sie Ihr eigenes Intervall fest, bevor der erste Ausfall Mieter oder Nutzer erreicht.
- Meldewege – Wer bekommt den Alarm, wenn ein Füllstand sinkt? Steht der Empfänger im System, oder läuft die Meldung ins Leere?
- Redundanz – Was passiert, wenn das IoT-Modul ausfällt? Planen Sie einen manuellen Kontrollrhythmus als Backup ein, sonst entsteht ein blindes Wartungsfenster.
Was am Ende zählt
Fomin beschreibt einen grundlegenden Wandel: Weg vom klassischen Tag-Nacht-Modell mit Portier und Nachtputz, hin zu flexiblen Intervallen je nach Nutzung. Coworking-Flächen, Publikumsverkehr, neue Amenity-Konzepte – alles bricht das alte Schema auf. Die Technik kann das abfangen, aber sie verlagert die Arbeit nur: vom Putzeimer in die Wartung. Und genau dort entscheidet sich, ob ein Gebäude als gepflegt wahrgenommen wird oder nicht.