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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Wärmepumpen im Bestand: So bewerten Sie die reale Effizienz Ihrer Heizung

Laut dem Deutschen Handwerksblatt sind neue Broschüren zur effizienten Nutzung von Wärmepumpen erschienen.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 23. August 2026

Wärmepumpen im Bestand: So bewerten Sie die reale Effizienz Ihrer Heizung

Für Hausverwaltungen und Eigentümer, die ihre Heizung gerade umstellen oder prüfen lassen, ist das ein nützlicher Anlass, sich mit den tatsächlichen Leistungszahlen moderner Geräte zu beschäftigen – bevor der Handwerker die nächste Rechnung schickt.

Was die Zahlen wirklich aussagen

Eine Studie der Österreichischen Energieagentur im Auftrag des Branchenverbands Wärmepumpe Austria mit dem Titel „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft", über die „Handwerk und Bau" berichtet, liefert die für mich entscheidenden Eckwerte: Bei minus sieben Grad Außentemperatur erreichen moderne Wärmepumpen Leistungszahlen zwischen 2,0 und 4,7. Das ist die Spanne, in der eine Anlage wirtschaftlich arbeitet – alles darunter kostet Geld, alles darüber ist Werbung.

Fakt ist: Beim Kauf orientieren sich die meisten an der Leistungszahl bei A-2/W35 oder ähnlichen Normwerten. Die Frage, die auf dem Objekt zählt, ist die Leistungszahl bei Ihrer realen Vorlauftemperatur und Ihrer konkreten Dämmung. Prüfen Sie zuerst, welche Vorlauftemperatur Ihr bestehendes System überhaupt braucht – dann reden wir über Effizienz.

Altbau ist kein Todesurteil mehr

Eine zweite Aussage aus der Studie nehme ich gerne auf, weil ich sie bei jeder Objektbegehung erklären muss: Moderne Wärmepumpen sind demnach zunehmend auch im Gebäudebestand einsetzbar und können mit bestehenden Heizkörpern zusammenarbeiten. Das deckt sich mit dem, was ich seit Jahren auf Baustellen sehe – vorausgesetzt, die Heizflächen wurden vorher sauber berechnet und die Hydraulik passt.

Zusätzlich verfügen laut Studie bereits mehr als 70 Prozent der neu installierten Wärmepumpen über eine aktive oder passive Kühlfunktion. Für mich als Hausmeister heißt das: Ein einziges Gerät ersetzt im Sommer die mobile Klimaanlage und im Winter den Heizkessel – das ist kein Bonus, das sollte bei der Auswahl Standard sein.

Worauf ich bei der Wartung jetzt besonders achte

Was mich an der Broschüren-Welle stört: Viele Eigentümer denken, mit dem Kauf sei die Sache erledigt. Die Energieagentur verweist in der Studie aber auch auf das Potenzial, den Strombezug zeitlich zu verschieben – auf günstige Netzphasen und Preissignale zu reagieren. Das funktioniert nur, wenn die Anlage regelmäßig gewartet, die Füllstände korrekt und die Steuerung aktuell ist.

Konkret für meine Rundgänge: Filter reinigen, Fördermedien-Check, Software-Update der Regelung – das sind die drei Punkte, an denen Effizienzversprechen in der Praxis sofort verpuffen. Wer hier spart, macht aus einer 3,5er-Pumpe schnell ein 2,0er-Modell. Das ist das eigentliche Kostengrab.

Ich werde die neuen Broschüren in den kommenden Wochen durcharbeiten und prüfen, was davon wirklich auf dem Objekt umsetzbar ist. Bei konkreten Fragen zur Eignung einer Wärmepumpe im Bestand – schreiben Sie mir.