faustundhaus

Mehr Wohnwert durch professionelle Pflege.

Eine Kolumne von Gereon Thielen

Meldung

Gebäudemodernisierungsgesetz: Praxis-Seminare für Immobilienprofis

BHKW-Consult und das BHKW-Infozentrum bieten neue Online-Seminare zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) an. Die Veranstaltungen sollen technische und rechtliche Anforderungen für neue und bestehende Gebäude verständlich in die Praxis übersetzen.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 21. August 2026

Gebäudemodernisierungsgesetz: Praxis-Seminare für Immobilienprofis

Für Eigentümer, Betreiber und Dienstleister im Gebäudebetrieb ist das relevant, weil sich die geplanten beziehungsweise beschriebenen Änderungen nicht auf die Heizungsanlage beschränken.

Nicht nur eine Heizungsfrage

Fakt ist: Wer beim GModG nur auf den Heizungstausch schaut, greift zu kurz. Nach den vorliegenden Informationen wird das bisherige Gebäudeenergiegesetz grundlegend überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen neben Heizungsanlagen auch Neubauten, Gebäudeautomation, Energieeffizienzanforderungen, Solarpflichten, Mietrecht, Kraft-Wärme-Kopplung und die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie.

Das klingt zunächst nach Paragrafenarbeit. In der Praxis landet ein Teil davon jedoch direkt im Technikraum, im Wartungsplan und im Budget. Gebäudeautomation ist kein dekoratives Zusatzmodul, sondern betrifft die Steuerung und den Betrieb technischer Anlagen. Anforderungen an Energieeffizienz können Auswirkungen auf Modernisierungsentscheidungen haben. Und bei Mietobjekten kommen rechtliche Fragen hinzu, die sich nicht mit einem neuen Thermostat erledigen lassen.

Für die professionelle Immobilienbetreuung bedeutet das: Technische Anlagen, Dokumentation und Wartungsintervalle müssen zusammen betrachtet werden. Wer nur einzelne Geräte austauscht, ohne das Gesamtsystem zu prüfen, produziert schnell ein Kostengrab mit frischem Anstrich.

Zwei Seminarreihen für unterschiedliche Aufgaben

BHKW-Consult und das BHKW-Infozentrum haben nach den Angaben des Fachportals zwei Seminarreihen entwickelt. Das ganztägige Online-Seminar „Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 – so werden Ihre Gebäude klimaneutral“ richtet sich unter anderem an Energieberater, Fachplaner, Architekten, die Wohnungswirtschaft, Stadtwerke und Contractoren.

Behandelt werden die technischen Anforderungen an Gebäude und Heizungsanlagen sowie mögliche Auswirkungen auf Wärmepumpen, BHKW- und KWK-Anlagen und Wärmenetze. Auch die kommunale Wärmeplanung, Fördermöglichkeiten und Entwicklungen bis 2030 stehen auf dem Programm. Die Änderungen sollen dabei paragraphengenau im Wortlaut des GModG vorgestellt werden. Als Referent wird Michael Brieden-Segler von der e&u energiebüro GmbH genannt.

Das zweite Angebot trägt den Titel „Aktuelle rechtliche Fragestellungen rund um GModG, WPG, BEG und BEW“. Hier geht es stärker um die Schnittstellen zwischen dem GModG, dem Wärmeplanungsgesetz sowie den Förderregelungen nach BEG und BEW. Genannt werden außerdem Anforderungen an Wärmenetzbetreiber, Wasserstoff-Vorranggebiete sowie praktische Fragen zu Umsetzung, Kontrolle, Administration und Förderung. Allgemeine Fragen können vorab eingereicht werden. Als Referentin ist Juliane Kaspers von Becker Büttner Held angegeben.

Die Seminare sollen im August, September und Oktober 2026 stattfinden. Konkrete Termine oder Teilnahmebedingungen sind in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

Was Eigentümer und Betreiber jetzt prüfen sollten

Prüfen Sie zuerst, welche technischen Anlagen in Ihrem Gebäude tatsächlich betroffen sein könnten. Dazu gehören nicht nur Wärmeerzeuger, sondern auch Wärmepumpen, KWK-Anlagen, Wärmenetze und die Gebäudeautomation. Eine belastbare Bestandsaufnahme ist wichtiger als ein vorschneller Austausch einzelner Komponenten.

Danach gehört die Dokumentation auf den Tisch: Anlagenbestand, Wartungsintervalle, bisherige Modernisierungen und offene Planungen. Gerade bei älteren Objekten zeigt sich dort häufig, wo technische Anforderungen und tatsächlicher Betrieb auseinanderlaufen. Der Taupunkt ist schließlich auch nicht beeindruckt davon, was in einer Gesetzesnovelle gut klingt.

Wer Fördermittel oder eine größere Modernisierung plant, sollte außerdem die rechtlichen Schnittstellen frühzeitig klären. Das betrifft insbesondere Gebäude im Mietrecht, Objekte mit Anschluss an Wärmenetze und Vorhaben, die in die kommunale Wärmeplanung hineinreichen. Die angekündigten Seminare können dafür eine fachliche Orientierung liefern. Eine individuelle Prüfung des konkreten Gebäudes ersetzen sie nicht.

Entscheidend wird sein, wie die neuen Anforderungen in der Praxis angewendet, kontrolliert und administriert werden. Für Betreiber zählt deshalb weniger die Schlagzeile als die Frage, welche Anlage im eigenen Objekt wann geprüft, angepasst oder ersetzt werden muss. Genau dort beginnt seriöse Gebäudepflege – und nicht erst, wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt.