Effiziente Gebäudeautomation: Die neue Generation modulo 6 und ecos 5 von SAUTER
SAUTER zieht bei modulo 6 und ecos 5 nach – und das ist mehr als nur ein Hardware-Refresh…
Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 30. Juli 2026

Fakt ist: Wer heute eine Lüftungs- oder Heizzentrale betreut, weiß, dass die Lebensdauer einer Automationsstation längst nicht mehr vom Verschleiß der Hardware abhängt, sondern davon, ob die Software noch Updates bekommt und die Schnittstellen zur restlichen Gebäudetechnik mithalten. Genau hier setzt SAUTER mit seiner neuen Generation der Automationsstationen modulo 6 und den Raumautomationscontrollern ecos 5 an, wie das Unternehmen aus der Schweiz jetzt mitteilt. Für mich als Praktiker ist das vor allem eine Antwort auf eine Frage, die mir bei jeder Objektbegehung wieder begegnet: Hält die Technik noch zehn Jahre – oder stehe ich in drei Jahren vor einem Totalschaden?
Was unter der Haube wirklich zählt
Die neue Plattform bringt eine Multi-Core-CPU-Architektur mit erweitertem Speicher mit. Heißt im Klartext: Die Dinger können jetzt deutlich mehr Datenströme parallel verarbeiten, ohne dass die Reaktionszeit in den Keller geht. Gerade bei Anlagen, in denen Wetterdaten, Lastmanagement, Raumklima und Verbrauchszähler gleichzeitig auf der Station auflaufen, war das in der Vorgängergeneration ein bekannter Engpass. Prüfen Sie zuerst, wie viele Datenpunkte Ihre Bestandsanlage tatsächlich bedienen muss – das ist der Maßstab, nicht das Datenblatt des Herstellers.
Offene Schnittstellen statt Insellösung
ecos 5 bündelt jetzt sämtliche Raumfunktionen in einem einzigen Controller und spricht dabei KNX, DALI, Modbus, M-Bus, EnOcean und SMI an. Das ist genau die Richtung, die ich seit Jahren predige: Beleuchtung, Sonnenschutz und HLK aus einer Hand, ohne dass jede Gewerk-Schnittstelle ihre eigene Blackbox mitbringt. SAUTER unterstützt zudem dezentrale I/O-Topologien mit Remote-I/O-Modulen und IP-basierten Kopplern, was die Planung vereinfacht und den Wartungsaufwand reduziert. Wer schon einmal in einem Bestandsgebäude quer durch den Kriechkeller Kabel ziehen durfte, weiß das zu schätzen.
Cybersecurity ist kein Bonus, sondern Pflicht
Der spannendste Punkt für mich: Die neue Generation ist nach Security-by-Design aufgebaut – gehärtete Architektur, moderne Verschlüsselung, sichere Update- und Zertifizierungsmechanismen, und das Ganze bereits konform mit dem europäischen Cyber Resilience Act. Das ist kein Marketingversprechen, sondern handfeste Regulierung. Wer in den nächsten Jahren eine Ausschreibung für ein öffentliches Gebäude oder eine größere Gewerbeimmobilie bedient, kommt an CRA-Konformität nicht mehr vorbei. Kostengrab ade – vorausgesetzt, man nimmt die Migration ernst und tauscht nicht irgendwann unter Zeitdruck.
Was Hausmeister und Betreiber jetzt prüfen sollten
- Bestandsaufnahme: Welche SAUTER-Stationen laufen bei Ihnen, und welche sind älter als zehn Jahre?
- Schnittstelleninventur: Welche Bussysteme sind im Einsatz, und gibt es heute schon Gewerke, die nicht mehr sauber eingebunden werden?
- Update-Fahrplan: Gibt es vom Hersteller einen Migrationspfad – hier laut SAUTER volle Kompatibilität mit bestehenden Lösungen – oder droht ein Kompletttausch?
- Cybersicherheit: Ist die Bestandsanlage überhaupt noch updatefähig, oder läuft dort eine Firmware, die keine Patches mehr bekommt?
Mein pragmatischer Rat: Wer jetzt eine Sanierung oder eine Erweiterung plant, sollte sich die neue Generation zumindest einmal vorführen lassen. Nicht weil die alte schlecht ist, sondern weil die Lebenszykluskosten mit jedem Wartungsintervall neu gerechnet werden müssen – und die Rechnung fällt bei zukunftssicherer Hardware nun einmal gnädiger aus.