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Mehr Wohnwert durch professionelle Pflege.

Eine Kolumne von Gereon Thielen

Meldung

Klimaresiliente Außenanlagen: So nutzen Wohnungsunternehmen die neue Bundesförderung

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fördert ein neues Bundesprogramm Wohnungsunternehmen bei der Entsiegelung von Hofflächen und bei Systemen zur Regenwassernutzung.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 26. Juli 2026

Klimaresiliente Außenanlagen: So nutzen Wohnungsunternehmen die neue Bundesförderung

Für die Immobilienbetreuung ist das keine Nebensache im Beet, sondern ein Thema für die gesamte Außenanlage. Fakt ist: Wer jetzt nur auf die Förderung schielt, übersieht schnell den Bestand.

Der Hof gehört mit auf den Sanierungszettel

Entsiegelung betrifft nicht allein den Belag. Im Bestand hängen Hofbefestigung, Entwässerung und Nutzung eng zusammen: Zufahrten, Müllstellplätze, Wege, Stellflächen und die Flächen vor Hauseingängen. Genau dort wird aus einer gut gemeinten Maßnahme rasch ein Kostengrab, wenn die Planung am tatsächlichen Betrieb vorbeigeht.

Prüfen Sie zuerst, welche Hofflächen wirklich dauerhaft belastet werden und wo Spielraum besteht. Eine Fläche, die regelmäßig befahren oder für den Gebäudebetrieb benötigt wird, lässt sich nicht mit einem Federstrich umwidmen. Das klingt banal. Auf Objektbegehungen ist es trotzdem oft der Punkt, der erst auffällt, wenn der Plan schon fertig ist.

Für Wohnungsunternehmen bietet das Programm damit einen Anlass, die Außenanlagen nicht nur optisch, sondern funktional zu bewerten. Der Hof ist kein Reststück zwischen den Häusern. Er ist Teil der Immobilie – und wird täglich benutzt.

Regenwasser: Anlage statt Alibi

Das Ministerium nennt ausdrücklich die Installation von Systemen zur Regenwassernutzung als förderfähige Richtung. Entscheidend ist dabei nicht das Etikett „nachhaltig“, sondern die saubere Abstimmung von Fläche, System und Wartung.

Wer eine Regenwassernutzung plant, sollte den späteren Unterhalt von Anfang an mitdenken: Zugänglichkeit, Reinigungswege, Kontrollpunkte und klare Zuständigkeiten. Ein System, das im Plan elegant aussieht, aber im Betrieb nicht geprüft werden kann, schafft keinen Wohnwert. Es schafft einen weiteren Wartungspunkt, der irgendwann zwischen Hausmeisterliste und Zuständigkeitsgerangel verschwindet.

Aus meiner Sicht gehört deshalb vor jeder Entscheidung eine nüchterne Bestandsaufnahme auf den Tisch: Welche Flächen sollen verändert werden? Wo soll Regenwasser genutzt werden? Wer betreut die Anlage später? Und welche Arbeiten fallen regelmäßig an? Das sind keine glamourösen Fragen. Sie verhindern aber, dass aus einer Förderung ein dauerhaftes Ärgernis wird.

Jetzt nicht in Aktionismus verfallen

Die Meldung richtet sich an Wohnungsunternehmen. Eigentümer und Verwalter sollten daraus vor allem eines mitnehmen: Außenanlagen gehören früh in die Modernisierungsplanung, nicht als letzter Posten nach Fassade und Technik.

Die richtige Reihenfolge bleibt handwerklich schlicht: Bestand ansehen, Nutzung klären, Wartungsintervall festlegen, dann die Maßnahme planen. Förderung kann dabei helfen. Sie ersetzt weder eine belastbare Objektaufnahme noch eine Lösung, die im Alltag funktioniert.