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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Future Professional Skills im Facility Management: GEFMA unterstützt neue Branchenstudie

Die Deutsche Gesellschaft für Facility Management (GEFMA) hat eine neue Branchenstudie auf den Weg gebracht, die genau diese Fragestellung adressiert: Wie verändern sich die Kompetenzanforderungen im…

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 10. September 2026

Future Professional Skills im Facility Management: GEFMA unterstützt neue Branchenstudie

Facility Management, Gebäudetechnik, Reinigung, Gartenpflege — Fakt ist: Wer heute einen Hausmeisterservice oder eine Objektbetreuung sucht, landet schnell bei einer Branche, die sich gerade selbst neu erfinden muss. Digitalisierung, KI, vernetzte Gebäudeautomation und ESG-Kriterien längst keine Buzzwords mehr, sondern Alltag auf der Baustelle. Und wer nicht nachrüstet, bleibt auf der Strecke — als Betreiber wie als Dienstleister.

GEFMA ruft auf: Mitstudieren statt abwarten

Die Deutsche Gesellschaft für Facility Management (GEFMA) hat eine neue Branchenstudie auf den Weg gebracht, die genau diese Fragestellung adressiert: Wie verändern sich die Kompetenzanforderungen im Corporate Real Estate Management und Facility Management? Unter dem Titel „Future Professional Skills im CREM und FM" untersucht die Studie den Wandel, den Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Gebäudeautomation und ESG-Kriterien mit sich bringen. Konkret ruft der Branchenverband Fach- und Führungskräfte aus der Immobilienbetreuung auf, sich an der Umfrage zu beteiligen — Ziel ist es, Qualifizierungs- und Weiterbildungsstandards neu auszurichten.

Prüfen Sie zuerst: Wer in Ihrem Unternehmen oder Ihrem Objekt tatsächlich die technischen Anlagen bedient, überwacht und wartet — und ob die zuständigen Kollegen überhaupt Zugang zu den digitalen Tools haben, die längst Standard sind. Denn die Lücke zwischen dem, was moderne Gebäudeautomation leisten kann, und dem, was vor Ort tatsächlich genutzt wird, ist oft größer als gedacht.

Praxisbeispiel Berlin: Wenn ein altes Hotel auf Vernetzung setzt

Ein konkretes Beispiel für diesen Wandel liefert ein Berliner Projekt: Das ehemalige ibis-Hotel am Ostbahnhof wurde zum Lifestyle-Hotel „Me and All" umgebaut und dabei mit einer umfassend modernisierten, vernetzten Gebäudeautomation ausgestattet. Das System des Herstellers Sauter — genannt „modulo 6" — wurde in fünf Automationsschwerpunkten implementiert. Die Hotelzimmer erhielten Modbus-Raumbediengeräte, die über Raumautomationsstationen in die zentrale Steuerung eingebunden sind. Über die Managementebene „Sauter Vision Center" lässt sich die gesamte Anlage zentral überwachen und steuern — inklusive Remote-Zugriff. Besonders clever: Die Anbindung an das Hotelbuchungssystem, die es ermöglicht, Betriebszustände der Zimmer automatisch in die Regelung einfließen zu lassen. So wird der Energieverbrauch transparenter und der Betrieb effizienter.

Was dabei auffällt: Die größte technische Herausforderung war nicht das Neue, sondern das Alte. Die Dokumentation des gewachsenen Bestands lag nur teilweise vor — ein typisches Bild, das jeder kennt, der schon einmal eine Bestandsaufnahme in einem Objekt mit Geschichte gemacht hat. Die Integration bestehender und neuer Komponenten erforderte eine detaillierte Analyse vor Ort. Fakt ist: Wer sein Gebäude nicht kennt, kann es nicht steuern.

Was das für Praktiker bedeutet

Die Studie der GEFMA und Projekte wie das Berliner Hotel zeigen eines klar: Die Anforderungen an Menschen, die Gebäude betreuen, wachsen schneller als die Qualifizierungsangebote. Klassische Hausmeistertätigkeiten verschmelzen mit IT-Kompetenz, Energiemanagement und ESG-Reporting. Wer seinen Hausmeisterservice, seine Reinigungsfirma oder seinen Gärtner beauftragt, sollte heute auch fragen: Können die mit dem vernetzten System umgehen? Wissen die, was ein Taupunktmonitor in der Steuerung meldet? Wird die Gartenpflege bedarfsgesteuert oder nach starrem Plan erledigt?

Kostengrab vermeiden heißt hier: Nicht warten, bis die Regulierung es vorschreibt, sondern frühzeitig die eigenen Leute fit machen. Die GEFMA-Umfrage ist eine Chance, genau diese Lücke zu benennen — bevor sie teuer wird.