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Mehr Wohnwert durch professionelle Pflege.

Eine Kolumne von Gereon Thielen

Meldung

Facility Management im Wandel: Warum digitale Strategien den Werterhalt sichern

205 Milliarden Dollar bis 2032, ausgehend von knapp 69 Milliarden in diesem Jahr, CAGR 19,8 Prozent. So liest sich die aktuelle Prognose von MarketsandMarkets zum globalen Facility-Management-Markt, die über PR Newswire verbreitet wurde.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 21. Juli 2026

Facility Management im Wandel: Warum digitale Strategien den Werterhalt sichern

Fakt ist: Der Hausmeister alter Schule, der mit Klemmbrett und Festnetz durchs Objekt läuft, ist als Idealbild bald so selten wie der Dachdecker ohne Handy. Was das für Eigentümer, Verwalter und unsere tägliche Arbeit am Gebäude konkret bedeutet, schauen wir uns an.

Was die Analysten meinen — und was wirklich drinsteckt

Die Studie versteht Facility Management nicht mehr als reine Instandhaltung, sondern als strategische Funktion für Business Continuity, Nutzerwohlbefinden und Werterhalt der Immobilie. Im Klartext heißt das: Integrierte Plattformen bündeln Workplace-Services, Wartung, Flächennutzung, Energiemanagement und Compliance in einer zentralen Oberfläche. Anbieter wie MRI Software, Planon oder IBM bauen ihre Lösungen um Predictive Maintenance und Portfolio-Analysen aus.

Was mich an der Aufstellung stört: Das größte Lösungssegment laut Studie ist Facility Property Management — also Verwaltung, Verträge, Flächen. Die eigentliche Wartung, da wo wir Handwerker unser Geld verdienen, läuft in solchen Berichten meist als Feature mit. Wachstum ja, aber die Wertschöpfung wandert in die Software.

Zwei Bewegungen am Objekt

Im Alltag auf der Anlage sehe ich genau das: Auf der einen Seite ziehen Cloud-Plattformen ein, Sensordaten fließen, KI-gestützte Arbeitsplatzkonzepte werden geplant. Auf der anderen Seite bleibt das Gebäude ein physikalisches Ding. Feuchte zieht, Anlagen altern, Filter müssen gewechselt werden, und irgendwo schimmelt die Kellerwand, weil das Lüftungskonzept nie an die Nutzung angepasst wurde.

Genau hier liegt der Hebel für den klassischen Hausmeister. Wer noch mit Excel und Whatsapp dokumentiert, kassiert die ersten Reibungsverluste bei der Abrechnung. Wer aber glaubt, eine Software ersetzt den Blick auf den Taupunkt oder die handnahe Sichtprüfung der Fassade, baut sich ein neues Kostengrab. Die Wahrheit liegt in der Schnittstelle: Sensor meldet Auffälligkeit, der Mensch geht hin, prüft, dokumentiert und handelt.

Wo Sie jetzt nachlegen sollten

Prüfen Sie zuerst Ihre eigenen Wartungsintervalle. Stehen sie digital, werden sie tatsächlich abgearbeitet oder verschwinden sie nach der Übergabe in der Schublade? Bei vielen Objekten, die ich betreue, liefert schon die simple Frage "Wann wurde zuletzt der RLT-Filter gewechselt?" ein ziemlich ehrliches Bild der Organisation.

Wer sich zusätzlich normgerecht aufstellen will: Testo bietet im Juli 2026 zwei Fachwebinare für Klima-, Lüftungs- und Facility-Management-Experten an. Schwerpunkte sind die Volumenstrom-Messung an raumlufttechnischen Anlagen nach DIN EN 12599 sowie nach der neuen DIN EN 16211, dazu die Messung der thermischen Behaglichkeit am Arbeitsplatz. Das sind keine Marketing-Versprechen, sondern Werkzeuge, die im Streitfall zwischen Mieter und Vermieter den Ausschlag geben.

Am Ende bleibt es das alte Handwerk. Wer das Gebäude kennt, die Anlagen versteht und die Daten richtig liest, wird auch in einem 205-Milliarden-Markt der Ansprechpartner sein, dem Eigentümer ihre Schlüssel anvertrauen. Software liefert Zahlen — die Verantwortung am Bau bleibt beim Menschen.