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Eine Kolumne von Gereon Thielen

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Effizientes Energiemanagement: So optimieren Sie den Verbrauch in Gewerbeimmobilien

Wer ein technisches Gebäude betreut, sollte wissen, wo die Energie tatsächlich hingeht. Das ist kein neues Thema, aber es bekommt gerade neuen Druck, wie AutomatedBuildings.com in einem Praxisleitfaden zu Building Energy Management Systems ausführt.

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister·aktualisiert 19. August 2026

Effizientes Energiemanagement: So optimieren Sie den Verbrauch in Gewerbeimmobilien

Solche Plattformen sitzen über HLK, Beleuchtung und Steckdosenlasten und werten Messdaten in Echtzeit aus – inklusive KI-gestützter Analytik für vorausschauende Optimierung. Für Hausmeister und Facility-Manager heißt das: Die Zeiten, in denen ein Stromzähler pro Liegenschaft als ausreichend galt, sind endgültig vorbei.

Die drei Schichten – und warum Granularität kein Bonus ist

Ein BEMS arbeitet in drei Schichten: Datenerfassung, Analyse und Optimierung. Sensoren und Zähler erfassen Temperaturen, Belegung, Verbräuche und Gerätestatus typischerweise alle 15 bis 30 Minuten. Daraus entsteht ein kontinuierliches Bild, das Verbräuche überhaupt erst vergleichbar macht.

Entscheidend ist die Auflösung. Solayappan Alagappan, Senior Product Manager für BAS-Systeme und Controls bei Johnson Controls, bringt es im Beitrag auf den Punkt: „You cannot manage something that you don't measure." Ein einzelner Zähler für das gesamte Gebäude reicht nicht. Maßgeblich ist das Sub-Metering – also die Messung pro Etage, bei Bedarf sogar pro Gebäudesektor. Wer hier zu grob aufsetzt, kauft sich Datensalat statt Entscheidungsgrundlage. Alagappan nennt es „Sub-metering is the name of the game."

Was das für Bestandsgebäude bedeutet

Die Größenordnungen aus dem Bericht sind eindeutig: HLK-Anlagen schlagen mit rund einem Drittel des Gesamtenergieverbrauchs eines Gebäudes zu Buche. Die Branche hat im Jahr 2024 über 241 Milliarden Dollar für Energie ausgegeben. KI-gestützte Systeme sollen laut dem Leitfaden etwa 40 Prozent davon einsparen können. Das ist kein Laborversprechen, sondern ein konkreter Hebel – aber nur, wenn die Daten sauber fließen und die Betriebsorganisation bereit ist, aus Messwerten konkrete Wartungsintervalle abzuleiten.

Fakt ist: Viele Liegenschaften arbeiten weiter mit fragmentierten Teilsystemen, in denen jede Disziplin ihre eigene Insel führt. Genau diese Silos verspricht ein BEMS aufzubrechen – vorausgesetzt, die Messtechnik spielt mit und die Übergabepunkte sind sauber dokumentiert. Sonst wandern die Probleme nicht auf den Bildschirm, sondern nur zwischen die Abteilungen.

Worauf Sie jetzt achten sollten

Falls Sie ein BEMS evaluieren, fangen Sie nicht mit der Software an. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Zählerstruktur die Granularität liefert, die für fundierte Entscheidungen nötig ist. Fehlt das Sub-Metering, wird das schönste Dashboard zur teuren Augenwischerei. Achten Sie außerdem auf offene Schnittstellen zu HLK, Beleuchtung und Verbrauchskreisen – herstellergebundene Insellösungen sparen vielleicht beim Anschaffungspreis, kosten aber bei jeder Migration. Das ist ein Kostengrab, das ich auf deutschen Baustellen regelmäßig sehe.

Ein ergänzender Blick über den Tellerrand liefert derzeit intlbm.com aus Dubai: Dort wird der Wechsel von reiner Störungsbeseitigung zu geplanter Wartung diskutiert. Wer ein Ticket schließt, hat noch lange nicht das Problem gelöst. Erst wenn wiederkehrende Fehler als Hinweis auf die eigentliche Ursache verstanden werden, beginnt professionelles Facility Management. Diese Logik gilt für ein norddeutsches Mehrfamilienhaus genauso wie für einen Hochhauskomplex am Golf.