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Eine Kolumne von Gereon Thielen

Gereon Thielen, Experte für ganzheitlichen Gebäudeunterhalt und Handwerksmeister

25. August 2026 · 14 Min. Lesezeit

Conciergerie Eintritt: Lohnt sich das Ticket für leere Zellen?

Fakt ist: Wer am Schalter der Conciergerie steht und den regulären Eintritt bezahlt, betritt danach Räume, die bis auf einige Informationstafeln weitgehend leer sind. Keine Möbel, kaum Rekonstruktionen vor Ort, keine theatralische Inszenierung.

Conciergerie Eintritt: Lohnt sich das Ticket für leere Zellen?

Das ist keine Nachlässigkeit des Museums, sondern eine bewusste Entscheidung – und genau diese Entscheidung ist der Grund, warum sich am Ausgang regelmäßig Besucher fragen, ob ihr Geld hier richtig investiert war.

Conciergerie

Tickets und Preise

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Preise geprüft am 23. August 2026 · aktueller Preis auf der Partnerseite.

Offizielle Website — paris-conciergerie.fr

  • Dauer des Besuchs: 2–3 Std.
  • Beste Besuchszeit: vormittags

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Als jemand, der Gebäude gewöhnlich zuerst nach Bauschäden, Material und Erhaltungszustand beurteilt, schaue ich auf das, was bleibt: die Substanz. Genau da wird die Frage interessant. Hinter den leeren Räumen verbirgt sich eines der ältesten und bedeutendsten Bauwerke auf der Île de la Cité – und ein Besuchskonzept, das ohne das im Eintrittspreis enthaltene HistoPad deutlich schwerer zugänglich ist.

Die Conciergerie ist kein Museum, das seine Wirkung über vollständig eingerichtete Räume entfaltet. Sie funktioniert über Maßstab, Material, Raumfolge und historische Schichten. Wer diese Ebenen lesen kann, bekommt viel geboten. Wer dagegen eine mittelalterliche Version von Versailles erwartet, wird sich vor allem an den fehlenden Möbeln abarbeiten.

Was die Salle des Gens d’Armes mit dem heutigen Bauhandwerk zu tun hat

Die Conciergerie war ursprünglich Teil eines königlichen Palastes, wurde später zum Revolutionsgefängnis, danach zum Sitz des Pariser Appellationsgerichts und ist heute ein historisches Monument unter der Verwaltung des Centre des monuments nationaux. Der Name kommt nicht von ungefähr: Eine „Conciergerie“ bezeichnete ursprünglich die Amtsstube des königlichen Concierge – des Verwalters und Aufsehers eines Palastes, im weitesten Sinn also eines Hausmeisters. Das Amt hat sich über die Jahrhunderte gehalten, nur die Funktion des Gebäudes hat sich verändert.

Die Doppelnutzung als Justizgebäude und Museum erklärt einen Teil dessen, was Besucher beim Rundgang irritiert. Ein Bereich des Komplexes wird weiterhin als Gericht genutzt. Das begrenzt die museale Inszenierung und macht aus der Conciergerie keinen vollständig zugänglichen historischen Themenpark. Die Vergangenheit liegt hier nicht in jedem Raum offen aus, sondern steckt in einem Baukörper, der über lange Zeit immer wieder umgenutzt wurde.

Wer in historischen Gebäuden ausschließlich nach Einrichtungsgegenständen sucht, wird deshalb wenig finden. Wer dagegen auf Grundriss, Proportionen, Gewölbe, Mauerstärken und Übergänge zwischen den Bauphasen achtet, bekommt ein wesentlich genaueres Bild davon, wie dieser Ort funktioniert hat.

Architektonisch ist vor allem die Salle des Gens d’Armes relevant. Der gotische Saal aus dem 14. Jahrhundert zählt zu den größten erhaltenen Sälen seiner Art in Europa. Er diente einst als Speisesaal der Palastwachen. Die „Gens d’Armes“ waren die bewaffneten Bediensteten des Königs – keine dekorative Bezeichnung, sondern ein Hinweis auf die ursprüngliche Nutzung des Raumes.

Wer vom Boden nach oben schaut, erkennt sofort die Dimensionen. Dieser Saal wurde nicht für die Selbstdarstellung eines einzelnen mittelalterlichen Verwalters gebaut, sondern für die Repräsentation königlicher Macht und die Versorgung einer großen Zahl von Menschen. Die Wirkung entsteht aus der schieren Breite, der Höhe und der Wiederholung der Bauteile. Im leeren Zustand ist das sogar leichter zu erkennen als in einem überladen eingerichteten Raum.

Das Kreuzrippengewölbe ruht auf einer Reihe schlanker steinerner Mittelsäulen. Die Last wird nach unten abgetragen, die Gewölbeschübe werden über die Konstruktion und die Außenwände aufgenommen. Was im 14. Jahrhundert ohne moderne Statiksoftware, aber mit großer Erfahrung im Umgang mit Stein, Druck und Gewicht realisiert wurde, bleibt auch heute eine Lektion in Lastabtragung.

An den Kapitellen, Basen und Übergängen zwischen den Bauteilen lässt sich die Präzision der damaligen Steinmetzarbeit ablesen. Es geht dabei nicht um die romantische Vorstellung, frühere Handwerker hätten alles grundsätzlich besser gemacht. Es geht um die Qualität einer Konstruktion, die mit begrenzten Werkzeugen und hoher Wiederholungsgenauigkeit entstehen musste. Viele Details, die in einem kurzen Rundgang übersehen werden, sind für die Beurteilung des Gebäudes entscheidender als die Frage, ob irgendwo ein historischer Tisch steht.

Drei Minuten in der Salle des Gens d’Armes, den Blick nach oben gerichtet, reichen für einen ersten Eindruck. Wer anschließend noch die Proportionen des Raumes, die Abstände der Säulen und die Spannung zwischen dem schweren Gewölbe und den schlanken Stützen wahrnimmt, versteht, warum das Bauwerk unter Denkmalschutz steht: nicht wegen seiner Möbel, sondern wegen seiner Mauern.

Das ist der Punkt, an dem die Conciergerie für Besucher aus dem Bereich Architektur, Denkmalpflege oder Gebäudebestand besonders interessant wird. Ein historisches Gebäude muss nicht vollständig rekonstruiert sein, um lesbar zu bleiben. Manchmal zeigt gerade der Verzicht auf Kulissen, welche Teile des Bauwerks tatsächlich überdauert haben.

Marie-Antoinette und das Erbe des Revolutionsgefängnisses

Die Conciergerie war nicht immer nur Palast und Gericht. Zwischen 1789 und 1799 diente sie als zentrales Gefängnis der Französischen Revolution. Hier wurden politische Häftlinge inhaftiert: Royalisten, gemäßigte Republikaner, Girondisten und schließlich auch einfache Verdächtige, die in die Verfahren des Revolutionstribunals gerieten. Die Bedingungen hatten mit den repräsentativen Sälen des mittelalterlichen Palastes nichts mehr gemein.

Die bekannteste Insassin war Königin Marie-Antoinette. Sie wurde 1793 in die Conciergerie überführt und verbrachte dort die letzten Wochen vor ihrer Hinrichtung durch die Guillotine. Ihre Zelle, die sogenannte cellule de la Reine, gehört heute zum Rundgang. Wie der überwiegende Teil der Haftbereiche ist auch sie kein unverändert erhaltenes Zimmer mit vollständiger Originalausstattung.

Gerade an diesem Raum zeigt sich die Schwierigkeit historischer Rekonstruktionen. Besucher erwarten häufig, an einem Ort wie der Conciergerie unmittelbar das konkrete Leben einer einzelnen Person vor sich zu sehen. Tatsächlich sind viele Einzelheiten durch Umbauten, Verluste und spätere museale Entscheidungen überlagert. Die historische Bedeutung bleibt, aber sie wird nicht durch eine lückenlose Ausstattung beglaubigt.

Hier wird der Besuch politisch und nicht nur architektonisch. Wer die nackten Mauern sieht, muss die historische Dimension selbst hinzufügen – durch Vorwissen, durch die Informationstafeln oder durch die digitalen Rekonstruktionen des HistoPads. Die Conciergerie verlangt deshalb mehr aktive Aufmerksamkeit als ein Museum, in dem jedes Zimmer bereits eine fertige Geschichte erzählt.

Wer durch die Gänge der Gefängnisflügel geht, sollte sich bewusst machen, dass hier zahlreiche Menschen ihre letzten Tage verbracht haben, oft unter Bedingungen, die sich aus heutiger Perspektive kaum angemessen beschreiben lassen. Das ist keine Unterhaltung, sondern Geschichte unter den Füßen. Gleichzeitig sollte man vorsichtig bleiben mit einer allzu glatten Dramaturgie: Nicht jeder leere Raum lässt sich einer bestimmten Person oder einem einzelnen Ereignis zuordnen.

Wer die Conciergerie besucht, betritt kein Museum im klassischen Sinn. Er betritt ein Gebäude, in dem Geschichte nicht vollständig inszeniert, sondern häufig nur noch markiert wird. Den Rest muss jeder Besucher selbst leisten.

Das macht den Ort weniger unmittelbar, aber nicht weniger eindringlich. Die Conciergerie arbeitet mit Lücken. Das kann anstrengender sein als ein Rundgang durch vollständig restaurierte Räume, wirkt dafür aber oft nachhaltiger. Was fehlt, zwingt dazu, die eigene Vorstellungskraft und das eigene Wissen einzusetzen.

Das HistoPad: Ohne Tablet bleibt ein Teil der Ausstellung unsichtbar

Hier liegt der entscheidende Punkt für die Bewertung des Tickets. Die Räume der Conciergerie sind leer, weil historische Ausstattung über die Jahrhunderte verloren ging, verändert wurde oder bewusst nicht als Kulisse rekonstruiert ist. Das schützt die Lesbarkeit der Bausubstanz, hat aber eine klare Konsequenz: Wer ohne weitere Hilfsmittel kommt, sieht viele Räume zunächst nur als leere Hülle.

Was die Conciergerie von vielen anderen historischen Stätten in Paris unterscheidet, ist das im Eintrittspreis enthaltene HistoPad. Dabei handelt es sich um ein Tablet mit Augmented-Reality-Anwendungen, das am Eingang ausgegeben wird. Es ergänzt die vorhandenen Räume um digitale Rekonstruktionen und macht sichtbar, wie bestimmte Bereiche in früheren Epochen ausgesehen haben könnten.

Das Gerät legt nicht einfach einen dekorativen Filter über die Mauern. Es hilft dabei, Raumfunktionen, frühere Aufteilungen und verlorene Ausstattung zu verstehen. Je nach Station werden Möbel, Wandverkleidungen, Alltagsgegenstände oder historische Situationen eingeblendet. Wer das Tablet auf einen markierten Punkt im Raum richtet, bekommt eine zusätzliche Bildebene, die aus der scheinbar leeren Architektur wieder einen benutzten Ort macht.

Das ist keine Spielerei, sondern für viele Besucher der Schlüssel zum Rundgang. Ohne HistoPad bleibt die historische Einordnung den Tafeln und dem eigenen Vorwissen überlassen. Mit HistoPad wird verständlicher, wie die Räume genutzt wurden und warum bestimmte Bereiche heute so karg wirken.

Allerdings ersetzt das Gerät keine eigene Wahrnehmung. Wer nur von einer digitalen Station zur nächsten läuft, kann die Architektur ebenso leicht übersehen wie jemand, der das Tablet gar nicht erst in die Hand nimmt. Sinnvoll ist die Kombination: zunächst den Raum selbst betrachten, anschließend die Rekonstruktion aufrufen und dann vergleichen, was erhalten, verändert oder ergänzt wurde.

Das HistoPad ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch. Die gewünschte Sprache sollte möglichst gleich am Eingang ausgewählt werden. Gerade wer nicht fließend Französisch spricht, profitiert davon, die Erklärungen nicht nebenbei übersetzen zu müssen. Bei stark frequentierten Tagen kann die Ausgabe der Tablets am späten Nachmittag enden, obwohl der reguläre Einlass noch weiterläuft.

Für die Besuchsplanung ist deshalb nicht allein die offizielle Schließzeit relevant. Entscheidend ist, bis wann das HistoPad tatsächlich ausgegeben wird. Nach den angegebenen Besuchszeiten endet die Ausgabe je nach Tag beziehungsweise Organisation spätestens gegen 16:15 Uhr oder 16:30 Uhr. Wer erst danach eintrifft, kann unter Umständen noch in das Monument gelangen, muss den Rundgang aber ohne das zentrale digitale Hilfsmittel antreten.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte die Tablets nicht automatisch mit einem klassischen Kinderprogramm verwechseln. Die digitale Ebene kann jüngere Besucher durchaus bei der Sache halten, setzt aber eine gewisse Bereitschaft zum Zuhören und Vergleichen voraus. Für Familien ist die Sainte-Chapelle mit ihren farbigen Glasfenstern häufig der unmittelbar zugänglichere Teil eines gemeinsamen Besuchs auf der Île de la Cité.

Eintritt, Ermäßigungen und die Kombi mit der Sainte-Chapelle

Beim Thema Eintrittspreise wird es unübersichtlich, weil mehrere Ticketarten im Umlauf sind und sich Konditionen ändern können. Für die Entscheidung ist deshalb weniger ein einzelner Betrag wichtig als die Frage, welche Leistung im jeweiligen Ticket enthalten ist und ob ein Zeitfenster festgelegt wird.

TicketkategorieWas Sie erwartet
Regulärer Einzeleintritt für ErwachseneZugang zur Conciergerie einschließlich HistoPad, sofern das Gerät zum Besuchszeitpunkt noch ausgegeben wird
Kinder und Jugendliche unter 18 JahrenIn der Regel kostenfreier Eintritt, ein Altersnachweis kann erforderlich sein
EU-Bürger zwischen 18 und 25 JahrenKostenfreier Eintritt gegen Vorlage eines geeigneten Ausweises
Kombi-Ticket Conciergerie und Sainte-ChapelleZugang zu beiden Monumenten, häufig mit festgelegtem Zeitfenster und gemeinsamer Besuchsplanung

Der kostenfreie Eintritt für junge EU-Bürger wird am Eingang kontrolliert. Personalausweis oder Reisepass sollten deshalb griffbereit sein. Eine digitale Kopie auf dem Mobiltelefon wird nicht zwangsläufig als ausreichender Nachweis akzeptiert. Wer den Ausweis erst im Rucksack suchen muss, verzögert nicht nur den eigenen Einlass, sondern häufig auch die Abfertigung an der Kasse.

Das Kombi-Ticket mit der Sainte-Chapelle ist für viele Besucher die sinnvollere Variante. Beide Monumente liegen auf der Île de la Cité, der Fußweg zwischen ihnen beträgt nur wenige Minuten. Dadurch lässt sich der Besuch gut verbinden, ohne dass ein weiterer großer Ortswechsel innerhalb von Paris notwendig wird.

Die beiden Orte bieten zudem einen deutlichen Kontrast. In der Conciergerie geht es um massive Mauern, Gewölbe, Gefängnisgeschichte und die Lesbarkeit eines über Jahrhunderte veränderten Gebäudes. Die Sainte-Chapelle wirkt dagegen über Höhe, Licht und Glas. Wer beide Monumente hintereinander besucht, bekommt nicht einfach zweimal mittelalterliche Architektur, sondern zwei sehr unterschiedliche Formen historischer Raumwirkung.

Wer beide besuchen will, plant die Conciergerie am besten so, dass ausreichend Zeit für das HistoPad bleibt. Die Sainte-Chapelle kann anschließend folgen, sofern das gebuchte Zeitfenster und die jeweiligen Öffnungszeiten zusammenpassen. Die Kapelle ist stark vom Tageslicht abhängig; bei gutem Licht treten die Glasfenster besonders eindrucksvoll hervor. Das ist ein anderer Besuchstyp als der eher konstruktive und historische Rundgang durch die Conciergerie.

Tickets sind online und vor Ort am Schalter erhältlich. Die Online-Buchung kann die Wartezeit an der Kasse verkürzen, bindet den Besuch aber oft an ein Zeitfenster. Wer aus einem anderen Pariser Viertel anreist, sollte einen Puffer einplanen. Rund um die Île de la Cité können Wege durch Sicherheitskontrollen, volle Straßen und den Berufsverkehr länger dauern als auf dem Stadtplan vermutet.

Die Suchbegriffe „conciergerie paris tickets“, „conciergerie eintrittspreis“ oder „tickets conciergerie ohne anstehen“ führen dabei nicht automatisch zum besten Ticket. Entscheidend bleibt, ob die Buchung tatsächlich zur gewünschten Uhrzeit passt, ob ein HistoPad verfügbar ist und ob ein Kombi-Besuch mit der Sainte-Chapelle geplant ist. Ein Ticket ohne Wartezeit nützt wenig, wenn man erst nach Ende der Tablet-Ausgabe am Eingang steht.

Öffnungszeiten und praktische Tipps für den Einlass

Die Conciergerie ist täglich geöffnet, mit Ausnahmen am 1. Mai und am 25. Dezember. An diesen beiden Tagen bleibt das Monument geschlossen. Die regulären Öffnungszeiten liegen zwischen 9:30 Uhr und 18:00 Uhr; der letzte Einlass erfolgt typischerweise früher, etwa gegen 17:30 Uhr. Vor dem Besuch sollten die aktuellen Angaben trotzdem noch einmal geprüft werden, besonders bei Feiertagen oder Sonderregelungen.

Die wichtigste praktische Falle bleibt die HistoPad-Ausgabe. Die Tablets werden nicht bis zum letzten Einlass ausgegeben, sondern einige Zeit vorher. Je nach Andrang und Tagesorganisation endet die Ausgabe spätestens ungefähr um 16:15 Uhr beziehungsweise 16:30 Uhr. Wer um 17 Uhr ankommt und noch schnell sein Ticket nutzt, kann zwar Zugang erhalten, aber möglicherweise ohne Tablet durch die Räume gehen.

Das ist kein bloßes Detail. Für die Conciergerie ist der zeitliche Abstand zwischen offiziellem Einlass und letzter HistoPad-Ausgabe entscheidend. Wer den digitalen Rundgang nutzen möchte, sollte nicht erst kurz vor dessen Ende am Eingang erscheinen. Eine Ankunft bis spätestens 15:30 Uhr lässt deutlich mehr Spielraum für Sicherheitskontrolle, Ticketprüfung und die Ausgabe des Geräts.

Drei weitere Punkte, die ich als jemand auf einer Objektbegehung festhalten würde:

  • Wochenenden und Schulferien möglichst meiden. Die Conciergerie ist kein weitläufiges Gelände, die Wege sind teilweise eng, und an stark besuchten Tagen kann es sich in der Salle des Gens d’Armes und an den digitalen Stationen stauen. Unter der Woche, am späten Vormittag oder frühen Nachmittag, ist der Besuch meist entspannter. Für den Rundgang sollten ungefähr 60 bis 90 Minuten eingeplant werden – abhängig davon, wie ausführlich Sie das HistoPad nutzen und wie lange Sie in den großen Sälen bleiben.
  • Die Sicherheitskontrolle einkalkulieren. Wie bei anderen öffentlichen Monumenten in Paris werden Taschen und Rucksäcke kontrolliert. Große Gepäckstücke gehören nicht in den Rundgang. Wer mit einem Koffer unterwegs ist, sollte den Besuch zwischen Hotel, Bahnhof oder Gepäckaufbewahrung einplanen und nicht darauf setzen, das Gepäck spontan am Eingang unterzubringen.
  • Die Zugänglichkeit ist nicht überall gleich. Der Eingangsbereich und weite Teile des Erdgeschosses sind rollstuhlgerecht zugänglich. Einige Bereiche der oberen Etagen oder historische Raumfolgen können jedoch nur über Treppen erreichbar sein. Bei einem barrierefreien Besuch lohnt es sich, direkt am Eingang nach der aktuellen Route zu fragen. Das Personal kennt die räumlichen Einschränkungen und kann in der Regel weiterhelfen.

Auch die Reihenfolge innerhalb des Rundgangs kann einen Unterschied machen. Wer die Salle des Gens d’Armes nur als großen Durchgangsraum behandelt, verliert einen der stärksten architektonischen Eindrücke des gesamten Besuchs. Besser ist es, dort kurz stehen zu bleiben, zunächst ohne Bildschirm nach oben zu schauen und erst danach die ergänzenden Informationen abzurufen.

Wer die Conciergerie betritt, sollte seine Erwartungshaltung anpassen: Das ist keine Inszenierung wie in Versailles, sondern ein historischer Ort, der durch das, was fehlt, genauso wirkt wie durch das, was bleibt.

Fazit: Ja, aber mit HistoPad und nicht erst am späten Nachmittag

Meine ehrliche Einschätzung als jemand, der Gebäude gewöhnlich zuerst nach Bauschäden und Erhaltungszustand beurteilt: Die Conciergerie ist den Besuch wert, aber nicht für jede Erwartung. Wer ein prunkvoll eingerichtetes Schloss sucht, wird an den leeren Räumen wenig Freude haben. Wer sich für historische Bausubstanz, mittelalterliche Konstruktion und die politischen Schichten eines Gebäudes interessiert, findet hier dagegen einen ungewöhnlich konzentrierten Ort.

Das HistoPad ist dabei kein optionales Extra, das man bei Gelegenheit mitnimmt. Es ist der wichtigste Vermittler zwischen dem erhaltenen Baukörper und den verlorenen Nutzungen. Wer es verwendet, versteht besser, wie die Räume einmal gegliedert und ausgestattet waren. Wer ohne Tablet kommt, kann die Conciergerie trotzdem besichtigen, muss aber deutlich mehr aus den Mauern, Tafeln und dem eigenen Vorwissen herauslesen.

Wichtig ist deshalb nicht die pauschale Warnung, man dürfe erst nach 16 Uhr nicht mehr kommen. Entscheidend ist die tatsächliche späteste Ausgabe des HistoPads: je nach Tag beziehungsweise Ablauf gegen 16:15 Uhr oder 16:30 Uhr. Wer erst nach diesem Zeitpunkt eintrifft, muss damit rechnen, die digitale Ergänzung nicht mehr zu erhalten. Der offizielle letzte Einlass liegt später, aber für den vollständigen Besuch ist das nicht die entscheidende Grenze.

Wer die Salle des Gens d’Armes als technisches und räumliches Meisterwerk des 14. Jahrhunderts begreift, die Geschichte des Revolutionsgefängnisses nicht ausblendet und sich auf eine nüchterne Präsentation einlässt, bekommt für sein Ticket einen Besuch ohne touristisches Blendwerk. Die Wirkung liegt nicht in einer künstlich vervollständigten Kulisse, sondern in der Verbindung aus originaler Substanz und gezielter digitaler Rekonstruktion.

Wer dagegen vor allem Glasfenster fotografieren und einen hellen, festlich ausgestatteten Raum erleben möchte, ist in der Sainte-Chapelle besser aufgehoben. Die Kombination beider Monumente ist gerade deshalb sinnvoll, weil sie nicht dasselbe leisten.

Mein Tipp bleibt: unter der Woche am Vormittag oder frühen Nachmittag, nach Möglichkeit als Kombi mit der Sainte-Chapelle und mit genügend Zeit für das HistoPad. Vorher eine kurze Auffrischung zur Französischen Revolution hilft ebenfalls. Dann passt die Erwartung an den Ort – und die Antwort auf die Titelfrage lautet nicht „leere Zellen“, sondern: ein Gebäude, dessen Geschichte in den erhaltenen Mauern und den bewusst gelassenen Lücken weiterarbeitet.

Wichtige Fakten

Denkmalstatus: klassifiziertes historisches Denkmal in Frankreich

Offizielle Website: paris-conciergerie.fr

Häufige Fragen

Lohnt sich der Eintritt in die Conciergerie?
Der Besuch lohnt sich besonders für Menschen, die sich für historische Bausubstanz, mittelalterliche Architektur und die Geschichte des Revolutionsgefängnisses interessieren. Wer vollständig eingerichtete und prunkvolle Räume erwartet, könnte von der weitgehend leeren Präsentation enttäuscht sein.
Was ist im Eintritt zur Conciergerie enthalten?
Der reguläre Einzeleintritt für Erwachsene umfasst den Zugang zur Conciergerie einschließlich HistoPad, sofern das Gerät zum Besuchszeitpunkt noch ausgegeben wird. Das HistoPad bietet digitale Rekonstruktionen früherer Raumaufteilungen, Ausstattungen und Nutzungen.
Bis wann wird das HistoPad in der Conciergerie ausgegeben?
Die Ausgabe endet je nach Tag beziehungsweise Organisation spätestens ungefähr um 16:15 Uhr oder 16:30 Uhr. Der offizielle letzte Einlass liegt später, doch wer erst danach eintrifft, muss möglicherweise ohne HistoPad durch die Räume gehen.
Wie lange dauert der Besuch der Conciergerie?
Für den Rundgang sollten ungefähr 60 bis 90 Minuten eingeplant werden. Die Dauer hängt davon ab, wie ausführlich das HistoPad genutzt wird und wie lange man in den großen Sälen bleibt.
Kann man die Conciergerie und die Sainte-Chapelle mit einem Ticket besuchen?
Ja, ein Kombi-Ticket ermöglicht den Zugang zu beiden Monumenten. Sie liegen wenige Gehminuten voneinander entfernt, allerdings können Zeitfenster und Öffnungszeiten bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

Foto: xandru / CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons

Gereon Thielen